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Wickeln mit Wolle - so geht's

Möchtest du dein Kind mit Wollwindeln wickeln, hast du dich für sehr natürliche Materialien entschieden, welche die zarte Babyhaut nicht irritieren. Wolle wirkt antibakteriell, wasserabweisend und temperaturausgleichend - und eignet sich somit prima zum Wickeln.

Zum Wickeln mit Wolle benötigst du eine feuchtigkeitsabweisende Überhose, die Wollwindel. Diese sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Inneren bleibt und die Kleidung deinen Babys trocken. In die Windel legst du verschiedene Saugeinlagen, die die Ausscheidungen des Kindes auffangen und anschließend gewaschen und wieder genutzt werden. So entsteht ein Kreislauf, bei dem keine Abfälle entstehen. Wusstest du, dass ein Wickelkind im Schnitt fünf Tonnen Müll an Wegwerfwindeln verursacht?

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Wollwindeln vorbereiten - das Fettbad

Wollüberhosen benötigen Lanolin, um die Feuchtigkeit zuverlässig im Inneren zu halten. Vor der ersten Nutzung sollten neue Überhosen deshalb immer gewaschen werden (mit Kernseife und per Hand, in lauwarmem Wasser) und dann noch feucht in ein Fettbad gelegt werden. 

Für das Fettbad benötigst du eine Schüssel mit ausreichend Platz für eine oder mehrere Wollwindeln. Fülle die Schüssel mit etwa 60 Grad heißem Wasser auf. Das ist sehr warm, du solltest aber noch mit den Händen hineinfassen können. Nun nimmst du eine Tasse mit heißem Wasser und löst darin etwa einen halben Teelöffel Lanolin pro Wollwindel auf. Anschließend gibst du einen Emulgator hinzu, damit sich das Fett mit dem Wasser verbinden kann. Der Emulgator kann Seifenflocken, etwas Abrieb der Kernseife, die du zum Waschen verwendest oder auch Spüli sein. Rühre nun so lange, bis die Lösung milchig weiß wird und keine Fettaugen mehr auf der Oberfläche schwimmen. 

 

Anschließend schüttest du die Lanolinmilch in die Schüssel mit dem Wasser und gibst die Wollwindel dazu. Bitte bewege die Windel im heißen Wasser nicht mehr, sondern lass sie für ca. vier Stunden im Lanolinbad liegen oder bis das Wasser ausgekühlt ist. 

Dach dem Fettbad drücke die Windel zwischen einem Handtuch vorsichtig aus (bitte nicht Wringen) und lasse sie liegend trocknen. Die Wollüberhose ist nun einsatzbereit. 

Wollwindeln müssen nicht nach jedem Tragen neu gewaschen und gefettet werden. Durch die antibakteriellen Eigenschaften der Wolle reicht es, Überhosen, deren Wolle nur mit feuchten Einlagen in Kontakt gekommen sind, nach dem Tragen auszulüften. Das Lüften kann zum Beispiel ein Wickelintervall lang sein. Die Überhose ist dann bereit für den nächsten Einsatz am Babypopo. Erneut gewaschen und gefettet werden muss eine Wollwindel nur bei grober Verschmutzung, beispielsweise durch Stuhlgang, oder zur Pflege in regelmäßigen Abständen, beispielsweise alle vier bis sechs Wochen.

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Wollwindeln befüllen - die Saugeinlagen

Die Saugeinagen bilden das Herzstück der Wollwindel. Sie nehmen Flüssigkeiten auf und werden nach jeder Nutzung in einem Wetbag aufbewahrt. Alle zwei bis drei Tage sollten die Saugeinlagen bei einer Temperatur von 60 Grad gewaschen werden. Nutze zusätzlich eine Vorwäsche, um sicherzustellen, dass der Urin ausreichend aus den Einlagen ausgewaschen ist. Stuhlgang fängst du entweder mit einem Windelvlies auf, welches dann in den Restmüll kommt. Oder du schüttelst die Verschmutzung in die Toilette und spülst die Einlage vor dem Waschen unter einem stärkeren Wasserstrahl ab.

Neue Saugeinlagen benötigen einige Wäschen, bevor sie ihre maximale Saugkraft entfaltet haben. Es empfiehlt sich, die Einlagen vor der ersten Nutzung über Nacht in Wasser einzuweichen oder mehrfach, beispielsweise mit Handtüchern, mit zu waschen. Bitte verwende keinen Weichspüler, da dieser die Saugkraft deiner Einlagen beeinträchtigen kann.